Gerade mal anderthalb Wochen haben wir in South Australia verbracht und somit die bisher kürzeste Zeit in einem australischen Bundesstaat. Nachdem wir Adelaide verlassen hatten, sind wir noch ein wenig durch die südaustralischen Landschaften gestreift, erstes Ziel war die Fleurieu-Peninsula mit Victor Harbor. Von dort aus kann man auf einem Damm zu Fuß Granite Island erreichen, was das Zuhause einer Zwergpinguin-Kolonie ist. Die Pinguine werden jedoch erst abends aktiv, wenn sie vom Wasser in ihre Nester zurückkehren und somit sind wir leider keinem begegnet.





Weiter östlich konnten wir Schnappschüsse von diesen Zeitgenossen machen. Besonders „Larry the Lobster“ ist hier eine Attraktion, ein überlebensgroßer, aber maßstabgetreu nachgebauter Hummer. Für diese „Big Things“ ist Australien generell bekannt, u.a. gibt es noch eine Riesen- Mango, eine Riesen-Banane, sogar einen Riesen-Gummistiefel und allerlei andere schräge Sachen.

In Mount Gambier schließlich erwartete uns mal wieder was völlig anderes. Abgesehen davon, dass der Ort mehrere ehemalige Vulkrankrater beherbergt, verfügt er über den einzigen knallblauen See weltweit. Aus diesem wird das Trinkwasser gespeist und er verfärbt sich regelmäßig jedes Jahr im November von grau zu blau, im März wird er wieder grau. Der Grund hierfür sind wahrscheinlich besondere Kristalle im See.


Abgesehen von diesem blauen See haben wir schon einige pinkfarbene Seen in Australien gesehen. Deren Farbe resultiert aus bestimmten Algenstämmen, die in solchen Salzseen gedeihen, und Carotin produzieren, was das Wasser einfärbt. Hier ein See in der Nähe von Adelaide (nur im Vorbeifahren fotografiert, daher schräg):

Nach Mount Gambier passierten wir schließlich die Grenze zu Victoria und – oh Wunder – dieses Mal wurden wir tatsächlich nicht kontrolliert, ob wir Obst und Gemüse dabei hatten. Zur Begrüßung empfingen uns gleich wieder ein wunderschöner Strand und ein „versteinerter Wald“ an der Bridgewater Bay:



Kurz darauf ging es wieder ein Stück in den Norden, in den Grampians-Nationalpark. Hier sind wir tatsächlich einer leibhaftigen Redback-Spinne begegnet. Diese gilt neben der Sydney-Funnelweb-Spider als giftigste Spinne Australiens, ihr Biss kann tödlich sein. Dieses Exemplar hat auf der Toilette unseres Campingplatzes gewohnt, die wir daraufhin nicht mehr genutzt haben. Trotz relativ warmer Nacht hatten wir alle Fenster vom Auto geschlossen gehalten, damit ja keine reinklettert. Foto ist leider unscharf...

Dafür hatten wir noch mit einem ganz anderen Exemplar von Insekt zu tun – und zwar in millionenfacher Ausführung. Die Grampians wurden nämlich von einer Heuschreckenplage heimgesucht. Nachfolgendes Foto zeigt, wie diese allein den Boden des Campingplatzes bevölkert haben.


Unserem Chubby taten die Viecher auch nicht gerade gut. Abgesehen davon, dass bei der Fahrt pro Minute bestimmt 100 Stück gegen die Front knallten und Motorhaube sowie Frontscheibe von einer gelben Schicht überzogen waren, haben sich die Heuschrecken bis in den Motorraum verirrt und wohl sogar die Klimaanlage verstopft. Die macht seitdem ein eigenartiges Geräusch, was heißt, dass es demnächst wohl wieder in die Werkstatt geht.
Nichtsdestotrotz haben wir unseren Aufenthalt in den Grampians sehr genossen, die Landschaft ist wunderschön, das Wetter hat mitgespielt und wir waren wieder ordentlich wandern.





Tatsächlich ging es dann gleich Schlag auf Schlag weiter mit den schönsten australischen Sehenswürdigkeiten. Nun stand nämlich die Fahrt auf der Great Ocean Road an, ebenfalls ein Muss für Touristen (sieht man auch immer an der Masse der jeweiligen Japaner an diesen Orten). Hier die schönsten Impressionen:

















Heute sind wir in Melbourne angekommen, was es die nächsten Tage zu erkunden gilt. Leider entspricht das Wetter im Moment nicht gerade einem australischen Sommer, seit Tagen gibt es immer wieder zum Teil sehr starke Regenschauer und die Temperaturen liegen gerade mal bei geschätzten 15 Grad.
Hier noch ein Nachtrag zu unserer Route ab Esperance:
ROUTE
Viele Grüße,
Mareike & Heiko