Wir haben nunmehr fürs erste unsere angepeilte Strecke an der Ostküste hinter uns gebracht und befinden uns seit einigen Tagen in Townsville, das den Ausgang für die Weiterfahrt durchs Outback Richtung Darwin bilden soll.
Nachdem wir uns vom Cassowary in Etty Bay verabschiedet und beinahe noch einen anderen überfahren haben, führte unser Weg nach Mission Beach, einem schicken Urlaubsort mit breitem Sandstrand. Wir haben ein Stückchen außerhalb des Ortes übernachtet und das Glück gehabt, tatsächlich eine ganze Horde großer Känguruhs zu sehen.
Am nächsten Tag haben wir nach einem Frühstück am Strand (was wir übrigens fast täglich erleben dürfen) und Zwischenstopp bei den Murray Falls in Cardwell übernachtet, einem kleinen Urlauberkaff, in dem offensichtlich die Zeit stehengeblieben und der Hund begraben war. Was vielleicht daran liegt, dass es hier wahnsinnig viele Krokodile geben soll. Hinzu kam das regnerische Wetter, das inzwischen eingesetzt hatte. Jedoch konnten wir hier eine kleine Premiere feiern und unser erstes BBQ (Barbecue) genießen und ein paar Würstchen grillen. Hier ist es nämlich üblich, dass die Gemeinden in den öffentlichen Grünanlagen BBQ-Grills zur Verfügung stellen und jeder sie nutzen kann. Dies tun wir fast jeden Morgen und toasten unser Weißbrot (Schwarzbrot gibt’s hier zwar, aber das ist zwei bis drei Mal so teuer), damit wir dem fluffigen Etwas wenigstens eine gewisse Konsistenz verleihen können.
Am nächsten Morgen sind wir schließlich weiter Richtung Townsville gefahren und haben zwei Mal Halt an der Paluma Range gemacht, einem Gebirge (und Nationalpark), das sich Richtung Townsville entlang an der Ostküste erstreckt. Beim ersten Stop sind wir bei tropisch feuchtem Regenwetter durch den Regenwald zu den Jourama Falls gewandert (und dabei wieder einem Känguruh begegnet), der zweite Stopp hat uns zu unserem Nachtlager, einem Campingplatz am Crystal Creek, geführt. Der Vorteil der Nationalparks hier in Australien ist, dass häufig Campingplätze bereit gestellt werden, wo die Nacht nur 5 Dollar pro Person kostet. Duschen, Toiletten und BBQ-Grills sind auch vorhanden. Einziger Nachteil ist, dass die Duschen kaum über warmes Wasser verfügen :-/ Jedenfalls haben wir in dieser Nacht kaum geschlafen, da solch ein Unwetter war, dass man gedacht hat, man wird inklusive Auto weggespült. Das sah am Morgen aber ganz anders aus, unser Platz war wieder abgetrocknet und wir konnten Richtung Townsville aufbrechen. Von der Stadt waren wir ziemlich überrascht, da wir nach einigen uncharmanten Ferienorten einen ebensolchen erwartet hatten, der lediglich als Ausgangspunkt für Fahrten ins Outback dient. Im Gegenteil ist es so, dass Townsville ziemlich modern ist, eingebettet zwischen zwischen Meer und Gebirgen liegt und wohl vor allem von gutbetuchten Bevölkerungsschichten bewohnt wird. Backpacker sind hier jedenfalls kaum zu sehen ;-) Townsville ist außerdem Ausgangspunkt für Trips nach Magnetic Island, was im zweiten Weltkrieg dazu gedient hat, die einfallenden Japaner rechtzeitig zu erspähen. Seinen Namen hat Magnetic Island jedenfalls von James Cook erhalten, der glaubte, dass durch vorhandene Metalle auf der Insel sein Kompass versagt hätte. Jedenfalls sind wir gestern – nach einer Übernachtung am Rande einer Army-Kaserne und Wecken durch vorbeimarschierende Soldaten – mit der Fähre rübergeschippert und haben wieder einige Wanderungen unternommen. Hier haben wir es außerdem geschafft, in der Wildbahn lebende Koalas zu Gesicht bekommen!
Im Moment sind wir hier gerade auf einem Campingplatz einquartiert und freuen uns über warme Duschen und andere Bequemlichkeiten, bevor es dann ins Outback gehen soll.
Viele Grüße aus Townsville,
Mareike und Heiko

das erste BBQ

Känguruhs

Frühstück am Mission Beach

Mission Beach

Jourama Falls

Sonnenuntergang in Townsville

Castle Hill in Townsville

Blick auf Townsville



Magnetic Island

Koala-Suchbild ;-)