Dienstag, 30. November 2010

Traumhafte Strände und eine steinerne Welle

Wir dachten eigentlich, noch schönere Strände könnte es gar nicht geben, aber einige hatten uns vorgewarnt: rund um das kleine Küstenörtchen Esperance fühlt man sich wie im Paradies. Weitab von australischen Großstädten (die nächste größere Stadt ist 200 km entfernt) und gesegnet mit weißen Stränden, türkisfarbenem Wasser und den Inseln des Recherche Archipels vor der Tür. Seit gestern sind wir hier und haben erst die westlichen Strände mittels des Great Ocean Drives bewundert, um heute am östlich von Esperance gelegenen Cape Le Grand noch einmal überrascht zu werden. Hier die schönsten Fotos:

(Lucky Bay)

(Hellfire Bay)

(Le Grand Beach)

(Nine Mile Beach)

(Blue Haven Beach)

Vorher hatten wir noch einige Tage in Albany verbracht, das den größten Naturhafen der Welt besitzt und ebenfalls eingebettet ist in allerlei sehenswerte Natur. Ganz in der Nähe befinden sich die Porongurup Range und die Stirling Range und boten uns den Anlass, mal wieder „so richtig“ wandern zu gehen. In der Porongorup Range haben wir es auf fast 7 km geschafft und davon ging es einige Male so richtig schön bergauf. Belohnt wurden wir von einem tollen Ausblick auf die Umgebung:

Richtig kräftezehrend wurde es dann aber am nächsten Tag, als wir den höchsten Berg der Stirling Range, den so genannten „Bluff Knoll“ mit 1073 m Höhe bestiegen. Über zwei Stunden ging es steil nach oben und viele haben zwischendurch aufgegeben. Aber auch hier hat sich die Mühe für einen tollen Ausblick gelohnt:

(das Ziel)

Bevor wir schließlich die Fahrt nach Esperance antraten, besuchten wir noch den Wave Rock. Wir hatten hin und her überlegt, ob wir den Umweg von 400 km (australischer Katzensprung) wirklich fahren wollen, aber auch dieser hatte sich wieder gelohnt. Der Wave Rock ist eigentlich ein ziemlich großer und runder Fels, der an der Nordseite eine wellenförmige Ausbuchtung hat. Diese wurde durch Wind und Wasser geschaffen und ist aufgrund verschiedener Bakterienbesiedelungen unterschiedlich gestreift. Eine Surferpose auf der steinernen Welle ist natürlich obligatorisch.

Dies waren erstmal die neuesten News von uns. Auch umgekehrt freuen wir uns übrigens immer über Neuigkeiten aus der Heimat ;-)

Ach ja, eine kleine Info noch am Rande: am 24. Januar ist Rückflugtermin – wir sind schon sehr gespannt auf das kalte Deutschland (der momentane Wetterbericht hört sich zwar gut an für weiße Weihnachten, aber nicht für sonnenverwöhnte Gemüter wie uns).

Liebe Grüße aus der Ferne,
Mareike & Heiko

Dienstag, 23. November 2010

Im Tal der Giganten

Nachdem Perth schon fast zu unserer australischen Heimatstadt wurde und wir dort noch einen gewissen runden Geburtstag gefeiert haben (mein erster Geburtstag im Sommer!), sind wir inzwischen wieder in völlig neue Landschaften eingetaucht (Route). Der Südwesten ist unter anderem bekannt für seine wunderschönen (und besonders bei Surfern aufgrund der riesigen Wellen beliebten) Küsten am Indischen und Südlichen Ozean.

Am Nationalpark Cape Leeuwin – Cape Naturaliste hatten wir zwei Mal Glück und haben wieder Wale gesehen, dieses Mal sind sie sogar (extra für uns natürlich) gesprungen. Hier erstmal einige Impressionen von diesem tollen Küstenabschnitt, der sich über 100 km an der südlichen Westküste erstreckt:

(Canal Rocks)

(Ein Haus ganz nach meinem Geschmack)

(Cape Leeuwin)

Noch ein wenig spektakulärer sind allerdings die gigantischen Southern Forests, in die wir für drei Tage entschwanden. Hier wachsen riesige Eukalyptusbäume, die zum Teil über 90 Meter hoch werden (sogenannte Karri-, Jarrah- und Tingletrees). Die Wälder sind verschiedenen Nationalparks zugeordnet und an drei Stellen kann man auf einer Rundfahrt in diese eintauchen und verschiedene Besonderheiten entdecken. Drei Bäume, die zur Erspähung vonWaldbränden dienten, kann man sogar hochklettern. Gesichert sind sie mit Netzen, aber es gehört schon einiges an Mut dazu, einen Baum von 75 m Höhe zu erklimmen. Heiko war so mutig :-) Ich habe so lange unten gewartet und war extrem erleichtert, als er gesund und munter den Abstieg hinter sich gebracht hat. Vom Zugucken wurde mir jedenfalls schon schwindlig. Am nächsten Tag hat Heiko noch einen weiteren Baum erklommen und aus ca. 25 m ein Foto geschossen. Daran lässt sich die Höhe erahnen.

Am gleichen Tag haben wir noch einen kurzen Abstecher zum Point D’Entrecasteaux gemacht und herrliche Bilder vom Southern Ocean einfangen können.

Das sollte es aber noch nicht gewesen sein mit unserem Ausflug in den Wald, nächster Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) war der Tree Top Walk im Valley of the Giants. Wie der Name schon verrät, führt eine bis zu 40 m hohe Brücke durch Baumkronen der riesigen Tingle Trees. Für höhenängstliche Personen (Namen werden nicht genannt) besteht die zusätzliche Herausforderung darin, dass die Brücke im Wind schwankt. Hier einige Impressionen:

Anschließend konnte man besonders spektakuläre Tingle Trees noch mit Hilfe eines Board Walk bestaunen. Einige sind von innen ausgebrannt und können im Hohlraum zwischen den Wurzeln locker ein Auto unterbringen.

Nach dem Ausflug in schwindlige Höhen haben wir gestern das Örtchen Denmark erreicht (tatsächlich heißt ein Ort in der Nähe auch noch Bornholm) und vorher die sehenswerten Strände am Conspicuous Cliff und Greens Pool besucht. Leider hatte es geregnet, aber beeindruckend war es trotzdem.

Ach ja, auch hier kehrt langsam Weihnachtsstimmung ein (ab und an wird man durch aufblasbare Weihnachtsmänner und Schneemänner am Straßenrand oder durch die Kaufhausdeko erinnert) und wir haben heute feierlich unseren ersten Weihnachtsmann verspeist. Dieser war typisch australisch aus Marshmellows mit Cadbury-Schokolade überzogen.

Da heute ja die Weihnachtsmärkte im kalten Deutschland eröffnen, wünschen wir allen ganz viel Spaß beim Glühweintrinken und Kräppelchenessen!!! Trinkt bitte einen Becher für uns mit!

Viele Grüße,
Mareike & Heiko

Sonntag, 7. November 2010

…und noch mehr Tiere

Wir sind nunmehr schon fast zwei Wochen in Perth und genießen die Vorteile dieser schönen Stadt: Sauberkeit, Strände mit kostenfreien Duschen, günstiges Benzin (haben letztens tatsächlich für 1,08 Dollar getankt, das sind ca. 76 Euro-Cent! Und es geht noch günstiger…) und genug Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Langweilig wird uns jedenfalls nicht. Letzte Woche war es sogar so aufregend, dass wir an zwei Tagen nacheinander Zeugen von Diebstählen wurden, einmal im Alkoholladen und einmal am Strand.

Da um diese Jahreszeit Buckelwale hier nahe an der Küste vorbeiziehen, haben wir die Gelegenheit genutzt und eine Whale-Watching-Tour gebucht. Angeblich sollen es um die 30.000 Wale sein, die – zum Teil mit Kälbern – gen Antarktis ziehen. Auf dem Boot ging es extrem wackelig zu, so dass einige Leute während der ganzen Fahrt (fast 4 Stunden!) nur die Innenseite ihrer Spucktüte gesehen haben. Uns ging es zum Glück gut. Wir haben während der Tour ca. 10 – 15 Wale erspäht, leider nicht ganz nah, aber einige Beweisaufnahmen konnten wir trotzdem machen. Eine seht Ihr hier:

Im Aquarium waren wir auch und konnten uns all die Kreaturen ansehen, die es vor Western Australias Küsten so gibt. Fotos haben wir leider nicht gemacht, aber besonders beeindruckend war ein 98 m langer Unterwassertunnel, durch den man durchlaufen konnte. Über uns hinweg schwammen riesige Rochen, Haie und eine Schildkröte. Dieses Seepferdchen bzw. Leafy Seadragon (Link) haben wir dort auch gesehen bzw. erst auf den zweiten Blick erkannt (wir haben uns gewundert, was für Grünzeug im Aquarium rumschwimmt). Das Aquarium hat auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen und vor allem einen besseren als die Sea Life Aquarien in Deutschland!

Am Donnerstag haben wir mal wieder ein Museum aufgesucht, das Western Australian Maritime Museum, wo wir ein U-Boot besichtigen konnten:

Geführt wurden wir von einem netten älteren Herrn, der als Volunteer dort arbeitet. Etwas eng ging es schon zu auf dem Boot und man mag sich gar nicht ausmalen, drei Wochen dort zu verbringen wie die Matrosen… Einige schienen sich in den Alkohol geflüchtet und dabei auf deutsche Qualität geachtet zu haben:

Gestern schließlich haben wir uns nach Penguin Island aufgemacht. Wir haben uns schon lange darauf gefreut und wie der Name verrät, leben dort (Zwerg-)Pinguine. Leider waren sie in der freien Natur nicht zu sehen, dafür aber im dortigen Discovery Center, wo kranke Pinguine versorgt und drei Mal täglich öffentlich gefüttert werden. Dafür gab es auf der Insel selbst viel zu viele aggressive Möwen, deren Hinterlassenschaften den Boardwalk verunziert haben. Neben Penguin Island befindet sich noch Seal Island, wo sich Seelöwen (und nicht Robben, wie der Name vermuten ließe) tummeln. Diese haben wir jedoch nur durchs Fernglas gesehen.

Neben seinem sonnigen Wetter ist Perth auch für seine schwarzen Schwäne bekannt. Der Swan River, der hier in den Indischen Ozean mündet, wurde nach diesen benannt. Neulich haben wir es geschafft und konnten einige mit ein paar Bissen Brot anlocken, um Fotos zu machen (die unvermeidlichen Möwen waren allerdings wieder die ersten, die sich die Krumen schnappten):

Das war erstmal das Neuste aus dem schönen Perth!

Viele Grüße aus der Ferne,

Mareike & Heiko