Sonntag, 26. Dezember 2010

Weihnachten in Down Under

Auch wenn bei Temperaturen um 20 Grad (tatsächlich ist es grad nicht viel wärmer) nicht so richtig Weihnachtsstimmung aufkommen mag und Kerzen, Karpfen, Ente und Plätzchen fehlten, haben wir natürlich trotzdem Weihnachten gefeiert. Anstatt uns gegenseitig zu beschenken, haben wir uns ein kleines Häuschen auf einem Campingplatz auf der Bellarine Peninsula in der Nähe von Melbourne gemietet. Campingplatz hört sich vielleicht erstmal komisch an, aber hier gibt es wirklich welche, die kann man schon als luxuriös bezeichnen. Und unserer gehörte zweifellos dazu! Letztes Jahr hatte er erst eröffnet und die Leistungen und Einrichtungen glichen eher einem Hotel als einem gewöhnlichen Campingplatz - es gab sogar ein Schwimmbad und einen Tennisplatz Von unserem Häuschen hatten wir zwar schon Fotos im Internet gesehen, aber der erste Eindruck hat dies noch übertroffen!

Auch essensmäßig haben wir es uns richtig gut gehen lassen, es gab unsere heiß geliebte Mitternachtssuppe, eine Pavlova (sozusagen die australische Nationaltorte) mit frischen australischen Früchten und natürlich Christmaspudding.

Nachfolgend ein paar Bilder von unserem Häuschen und vom Essen. Man kann sich bestimmt vorstellen, wie schwer es uns fiel, heute wieder in den Campervan umzuziehen ;-)

Viele Grüße,
Mareike & Heiko

Montag, 20. Dezember 2010

Schlag auf Schlag geht’s weiter

Gerade mal anderthalb Wochen haben wir in South Australia verbracht und somit die bisher kürzeste Zeit in einem australischen Bundesstaat. Nachdem wir Adelaide verlassen hatten, sind wir noch ein wenig durch die südaustralischen Landschaften gestreift, erstes Ziel war die Fleurieu-Peninsula mit Victor Harbor. Von dort aus kann man auf einem Damm zu Fuß Granite Island erreichen, was das Zuhause einer Zwergpinguin-Kolonie ist. Die Pinguine werden jedoch erst abends aktiv, wenn sie vom Wasser in ihre Nester zurückkehren und somit sind wir leider keinem begegnet.

Weiter östlich konnten wir Schnappschüsse von diesen Zeitgenossen machen. Besonders „Larry the Lobster“ ist hier eine Attraktion, ein überlebensgroßer, aber maßstabgetreu nachgebauter Hummer. Für diese „Big Things“ ist Australien generell bekannt, u.a. gibt es noch eine Riesen- Mango, eine Riesen-Banane, sogar einen Riesen-Gummistiefel und allerlei andere schräge Sachen.

In Mount Gambier schließlich erwartete uns mal wieder was völlig anderes. Abgesehen davon, dass der Ort mehrere ehemalige Vulkrankrater beherbergt, verfügt er über den einzigen knallblauen See weltweit. Aus diesem wird das Trinkwasser gespeist und er verfärbt sich regelmäßig jedes Jahr im November von grau zu blau, im März wird er wieder grau. Der Grund hierfür sind wahrscheinlich besondere Kristalle im See.

Abgesehen von diesem blauen See haben wir schon einige pinkfarbene Seen in Australien gesehen. Deren Farbe resultiert aus bestimmten Algenstämmen, die in solchen Salzseen gedeihen, und Carotin produzieren, was das Wasser einfärbt. Hier ein See in der Nähe von Adelaide (nur im Vorbeifahren fotografiert, daher schräg):

Nach Mount Gambier passierten wir schließlich die Grenze zu Victoria und – oh Wunder – dieses Mal wurden wir tatsächlich nicht kontrolliert, ob wir Obst und Gemüse dabei hatten. Zur Begrüßung empfingen uns gleich wieder ein wunderschöner Strand und ein „versteinerter Wald“ an der Bridgewater Bay:

Kurz darauf ging es wieder ein Stück in den Norden, in den Grampians-Nationalpark. Hier sind wir tatsächlich einer leibhaftigen Redback-Spinne begegnet. Diese gilt neben der Sydney-Funnelweb-Spider als giftigste Spinne Australiens, ihr Biss kann tödlich sein. Dieses Exemplar hat auf der Toilette unseres Campingplatzes gewohnt, die wir daraufhin nicht mehr genutzt haben. Trotz relativ warmer Nacht hatten wir alle Fenster vom Auto geschlossen gehalten, damit ja keine reinklettert. Foto ist leider unscharf...

Dafür hatten wir noch mit einem ganz anderen Exemplar von Insekt zu tun – und zwar in millionenfacher Ausführung. Die Grampians wurden nämlich von einer Heuschreckenplage heimgesucht. Nachfolgendes Foto zeigt, wie diese allein den Boden des Campingplatzes bevölkert haben.

Unserem Chubby taten die Viecher auch nicht gerade gut. Abgesehen davon, dass bei der Fahrt pro Minute bestimmt 100 Stück gegen die Front knallten und Motorhaube sowie Frontscheibe von einer gelben Schicht überzogen waren, haben sich die Heuschrecken bis in den Motorraum verirrt und wohl sogar die Klimaanlage verstopft. Die macht seitdem ein eigenartiges Geräusch, was heißt, dass es demnächst wohl wieder in die Werkstatt geht.

Nichtsdestotrotz haben wir unseren Aufenthalt in den Grampians sehr genossen, die Landschaft ist wunderschön, das Wetter hat mitgespielt und wir waren wieder ordentlich wandern.

Tatsächlich ging es dann gleich Schlag auf Schlag weiter mit den schönsten australischen Sehenswürdigkeiten. Nun stand nämlich die Fahrt auf der Great Ocean Road an, ebenfalls ein Muss für Touristen (sieht man auch immer an der Masse der jeweiligen Japaner an diesen Orten). Hier die schönsten Impressionen:

Heute sind wir in Melbourne angekommen, was es die nächsten Tage zu erkunden gilt. Leider entspricht das Wetter im Moment nicht gerade einem australischen Sommer, seit Tagen gibt es immer wieder zum Teil sehr starke Regenschauer und die Temperaturen liegen gerade mal bei geschätzten 15 Grad.

Hier noch ein Nachtrag zu unserer Route ab Esperance:

ROUTE

Viele Grüße,
Mareike & Heiko

Sonntag, 12. Dezember 2010

Good Bye, Western Australia - Hello, South Australia!

Fast zweieinhalb Monate haben wir in Western Australia verbracht, dem größten Bundesstaat Australiens, und haben wirklich sehr vielfältige Erlebnisse gehabt… Schnorcheln, Delfine in Monkey Mia, Whale-Watching, Sunny Perth, Southern Forests und und und… Dennoch hieß es nun Abschiednehmen, doch vorher haben wir im schönen Esperance noch Bekanntschaft mit diesem Zeitgenossen gemacht:

Sammy the seal gehört sozusagen zum Inventar in Esperance und wohnt am dortigen Bootssteg. Die meiste Zeit liegt er faul (und fett) in der Sonne rum und bewegt sich höchstens mal, wenn ihm Fische zugeworfen werden.

Nachdem wir in Esperance noch unsere Frontscheibe nach einem riesigen Steineinschlag reparieren lassen mussten, ging es los auf den Eyre Highway 2000 km Richtung Osten – besser bekannt unter Nullarbor Plains. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „kein Baum“. So schlimm war es dann allerdings doch nicht, es gibt nur einen Streifen von ca. 20 km, auf dem tatsächlich kein Baum steht (und ein entsprechender Wind weht). Dafür passiert man die längste nur geradeaus führende Strecke Australiens mit 140 km. Zwischendurch hatten wir immer mal einen schönen Blick aufs Meer, nachts gab es Unwetter und innerhalb von drei Tagen war die Strecke dann schon erledigt. Eigenartig ist, dass man hier jedes Mal vorm Passieren der Grenze sämtliches Obst und Gemüse entsorgen muss, um die Ausbreitung von Fruchtfliegen zu stoppen. Dieses Mal waren wir tatsächlich so dreist und haben zumindest unsere Zwiebeln versteckt, nachdem wir alles andere aufgegessen hatten.

Hier einige Impressionen unseres Roadtrips:

(Ein Zebrastreifen mitten im Outback??? Wer weiß den Grund?)

(der Himmel vor einem aufziehenden Unwetter)

(Great Australian Bight)

Der erste Ort, den wir in South Australia ansteuerten, war Port Augusta, was gleichzeitig als Ausgangspunkt für einen Besuch der Flinders Ranges diente. Diese ziehen sich insgesamt über 800 km durch Südaustralien und gelten als absolutes Muss für Australienreisende. Allerdings ist es unmöglich, wirklich alles anzuschauen, da es dann schon wieder weit ins Outback geht und die Straßen für uns unpassierbar werden. Dies war aufgrund der vergangenen Regenfälle leider schon ein Grund, warum wir einige sehenswerte Orte gar nicht anfahren konnten. Schön war es trotzdem und gleich zu Anfang begrüßten uns diese beiden Känguruhs, die im Schatten eines Baumes am Straßenrand dösten:

Hier noch weitere Eindrücke:

(Wilpena Pound, ein 80 km² großes von einer Bergkette eingefasstes Becken)

Heiko hat sich letztens übrigens als Lebensretter verdingt. Nachdem wir mit ihm am Steuer schon sage und schreibe fünf Vögel auf unseren Fahrten auf tragische Weise umgebracht haben, hat er diesen kleinen Kerl gerettet, der wohl beim nächtlichen Unwetter aus dem Nest gefallen ist:

Im Moment sind wir übrigens in Adelaide…

…allzu spektakulär ist es hier nicht (dafür sind die Adelaide Hills in der Umgebung sehr sehenswert, aber leider hats geregnet und wir haben keine Fotos) und morgen geht es dann schon wieder weiter. Es gibt noch einiges zu tun in den letzten Wochen :-)

Viele Grüße von Mareike & Heiko