Samstag, 25. September 2010

Kurztrip in den Kakadu Nationalpark

Nach einigen Tagen Aufenthalt in Darwin haben wir nun unseren eigentlich angepeilten Zielort im Top End, den Kakadu Nationalpark, besucht. Dieser ist ziemlich groß (200x100 km) und wird aufgrund seiner Artenvielfalt zum Weltkulturerbe gezählt. Dazu gehören unter anderem zahlreiche Alligatoren (der größte Fluss im Kakadu heißt dementsprechend „Alligator River“), die das Baden in den sogenannten Billabongs (Wasserlöchern) leider unmöglich machen.

Die Bezeichnung „Kakadu“ stammt übrigens nicht vom Vogel Kakadu (den sieht man hier zwar sehr oft, sowohl weiße als auch schwarze Kakadus, und im Englischen heißt er Cockatoo), sondern von „Gagudju“, einer Sprache der Aborigines.

Wir waren jedenfalls sehr gespannt, ob wir danach sagen „Kaka-DO“ oder „Kaka-DON’T“. Den ersten Tag hier haben wir nur zur Anreise genutzt, die sich von Darwin aus ganz schön gezogen hat, um schließlich auf einem sehr einfachen Campingplatz für 10 $ zu übernachten. Im Nachhinein haben wir uns ganz schön geärgert, weil offensichtlich keiner außer uns das Geld bezahlt hat und wir ja immerhin schon Eintrittskarten von 25 Dollar pro Person gekauft haben. Die Dame, die uns diese ausgestellt hat, meinte noch, wir würden auf jeden Fall kontrolliert werden, aber nix dergleichen. Nach einer warmen, aber dank neu erworbenem Moskitonetz mückenfreien Nacht sind wir nach/zu Ubirr gefahren, einigen Sandsteinformationen mit zum Teil 5000 Jahre alten Höhlenmalereien der Aborigines und einem Lookout über die riesigen Floodplains (übersetzt in etwa Sumpfgebiet). Der Kakadu hat diverse Vegetationszonen, neben den Floodplains u.a. Savannen und Regenwald.

Von Ubirr aus sind wir noch ein Stück südlich zum Alligator River gefahren, um dort einen der zahlreichen Walking Tracks zu wandern. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass dort in der Nähe eine Stelle ist, wo man ziemlich sicher Krokodile zu Gesicht bekommt, wir haben aber leider kein einziges gesehen.

Nach unserer Wanderrunde ging es weiter nach Nourlangie, auch hier gab es wieder einen Lookout (über das Arnhem Land Escarpment, einer 30 bis 300 m hohen Felserhebung, die den Kakadu umgibt und früher mal die Küste eines Meeres war) und einen kleinen Rundweg zu zahlreichen Malereien und einer Höhe, die den Aborigines als Unterschlupf gedient hat. Heiko hat hier seinen neuen Spitznamen „Mr. Moscito-Bites“ wegbekommen, weil eine Frau so erstaunt war über seine zahlreichen Mückenstiche (an dem einen Bein haben wir bei 60 mit Zählen aufgehört), dass sie ihn ihren Kindern als Negativ-Beispiel gezeigt hat J An dem Tag war es – wie eigentlich die ganze Zeit – so warm, dass wir nach dem Besuch von Nourlangie gen Zeltplatz gefahren sind und uns nur noch auf eine Dusche gefreut haben. Am Abend haben wir noch die Gelegenheit genutzt, und eine vom Ranger angebotene Slideshow über die ehemaligen Büffelvorkommen im Kakadu angeschaut.

Der nächste und letzte Tag im Nationalpark verlief leider nicht ganz so spektakulär und erfreulich. Zuerst haben wir einen Abstecher zum Yellow Water gemacht, wo der Mary River durch die Floodplains fließt und eine wirklich tolle Landschaft bietet. Auch hier wieder ein Billabong mit Krokodilen, auch diese wieder nicht sichtbar für uns. Außer dieser Ecke war für uns im südlichen Bereich des Kakadus leider nichts mehr anzusehen, da eine Vielzahl an sehenswerten Ecken nur mit einem Allradwagen zu befahren ist… zum Teil zwar für Zweiradantrieb ausgelegt, aber diese Holperpisten wollten wir unserem Chubby nicht zumuten. Unser Fazit lautet also zwar nicht "Kakadon't", aber "Kakadu am besten mit 4-Wheel-Drive, Hubschrauber oder Touranbieter.

Nach dieser Enttäuschung sind wir nun nach Katherine zurückgefahren, was den Ausgangspunkt für unsere Weiterreise nach Westaustralien bildet. Auch hier noch ca. 38 Grad (25 – 28 Grad in der Nacht!), aber es kommt noch besser. An der Westküste peilen wir als nächsten größeren Ort Broome an, da sind für die nächsten Wochen zum Teil über 40 Grad vorhergesagt. Wir dachten eigentlich, noch wärmer könne es nicht werden.

Viele Grüße aus dem australischen Spätwinter (hier werden im Supermarkt gleichzeitig "Frühlingsblumen" und Weihnachtsartikel verkauft),

Mareike & Heiko

Ubirr:



vorm Escarpment:


Felsenmalereien und Strafandrohung:





Walk am East Alligator River (ohne River auf dem Bild):


Billabong ohne Kroko:


aber mit Warnung:

Yellow Water:




Montag, 20. September 2010

Tropische Temperaturen im Top End

Nachdem wir den Uluru verlassen haben und über Alice Springs das Outback schließlich gen Norden durchquert haben, konnten wir bald feststellen, wie die Temperaturen immer mehr anstiegen. Die Hosen und Jacken wurden nun beim Schlafen nicht mehr benötigt. Die Fahrt war wieder relativ ereignislos, unterbrochen von Abstechern zu einem Meteoritenkrater, den Pebbles (sozusagen die kleinen Schwestern der Devil’s Marbles), heißen Quellen in Mataranka und einem morgendlichen Spinnenschreck. Nach einer scheinbar endlosen Fahrt sind wir schließlich in Katherine angekommen, einem Ort ca. 300 km südlich von Darwin, der vor allem von seiner Nähe zum Nitmiluk Nationalpark profitiert. Hier war es so heiß (39 Grad laut Internet), dass wir nachmittags im Fluß baden waren. Anders lässt es sich bei solchen Temperaturen kaum aushalten, zumindest nicht in unserem fahrbaren Gewächshaus. Unser Chubby hat zwar eine Klimaanlage, die funktioniert natürlich nur beim Fahren und der Motor des Campervans ist bis in die Nacht hinein so aufgeheizt, dass er zusätzlich Wärme spendet. Viel Schlaf gibt es daher im Moment leider nicht.

In Katherine haben wir zwei Tage verweilt, davon einen in einem Caravanpark, der auch Zugang zu den örtlichen heißen Quellen hat und die Gelegenheit bot, endlich mal wieder sämtliche Klamotten zu waschen. Von hier aus sind wir schließlich in den nahegelegenen Nitmiluk Nationalpark gefahren, erst zum Katherine Gorge und schließlich zu den Edith Falls. Am Katherine Gorge haben wir einen steilen Aufstieg zum durchaus lohnenswerten Lookout hinter uns gebracht, um schließlich über das Hochplateau zurück zum Parkplatz zu wandern. Leider hatten wir kein Thermometer dabei, aber Eier hätte man in dieser Hitze bestimmt braten können. Die vorhandenen Bäume spendeten so gut wie keinen Schatten. Zurück am Auto hieß es, so schnell wie möglich loszufahren, um in den Genuss der Klimaanlage zu kommen. Somit sind wir bis zu den Edith Falls gedüst, die zwar zum Nitmiluk gehören, aber nochmal 100 km Fahrt bedeutet haben. Hier haben wir auf dem Campingplatz übernachtet, die Duschen ausgiebig genutzt, um am nächsten Morgen an den Edith Falls schwimmen zu gehen. Dort war es wirklich traumhaft, das Wasser glasklar und eingebettet in Felswände und Palmenhaine. Man fühlte sich fast wie im Paradies :-)

Am gleichen Tag sind wir weiter Richtung Norden zum Litchfield Nationalpark gefahren, der mehrere sehenswerte Orte bietet. Leider sind einige nur mit einem Allradwagen zu befahren und so ausgiebig wandern wollten wir bei der Hitze nicht. Trotzdem war es wieder sehr beeindruckend, wie man an den Fotos erkennen kann. Am Abend waren wir an den Wangi Falls baden, auch hier wieder das reinste Paradies. Man kann sich nach einem heißen Tag eigentlich nichts Schöneres vorstellen. Nachdem wir am nächsten Tag im Litchfield noch einige weitere sehenswerte Orte besichtigt haben (Tjaetaba Falls und Florence Falls, in letzteren konnten wir wieder baden), sind wir nach einer kurzen Weiterfahrt nunmehr in Darwin angekommen, der Hauptstadt des Northern Territory mit konstant 34 Grad täglich das ganze Jahr über. Aufgrund der Nähe zum Meer geht zum Glück eine leichte Brise und es ist nicht mehr ganz so heiß wie in Katherine, dafür ist die Luftfeuchtigkeit um einiges höher. Erfrischen können wir uns hier im künstlich angelegten Salzwassersee, da vorm Baden im Meer aufgrund der (teilweise tödlichen) Verletzungsgefahr durch Box Jellyfishes gewarnt wird. Darwin heißt übrigens so, weil im 19. Jahrhundert zwei Seefahrer mit der HMS Beagle den Naturhafen entdeckt haben und ihn nach Charles Darwin "Port Darwin" benannt haben, weil dieser früher mit der Beagle auf Forschungsreisen war. Charles Darwin selbst war übrigens nie hier.

Gestern haben wir den freien Eintritt ins ehemalige Gefängnis und das Northern Territory Museum genutzt, um uns ein bißchen mit Darwins Geschichte vertraut zu machen. Fazit des Museums: tolle Ausstellungen, aber überall lauert Gefahr… giftige Spinnen, Quallen und Schlangen und schließlich ist Darwin durch seine Lage auch noch als Zielort für Zyklone prädestiniert. So wie 1974, als die gesamte Stadt am Weihnachtsabend plattgemacht wurde. Darwin wurde schließlich wieder aufgebaut und so sieht es auch aus – wie auf dem Reißbrett geplant.

Die nächsten Tage werden wir voraussichtlich im Kadadu Nationalpark verbringen… Zwar heißt es hier nicht Kaka-du, sondern (aufgrund der hohen Preise und vielen Touristen) Kaka-don’t, aber wenn wir schon hier sind, werden wir natürlich den größten Nationalpark Australiens besuchen.

Viele Grüße aus den Tropen,
Mareike und Heiko


PS: Danke für 1000 Besuche auf unserem Blog =)

Henbury Meteorite Crater

The Pebbles

Katherine Gorge

Edith Falls

Litchfield Nationalpark:

(Das sind alles Termitenhügel... die letzteren sehen aus wie Grabsteine, weil sie so gebaut sind, dass die schmale Seite zur Sonne zeigt, damit sie nicht so heiß werden)

Wangi Falls

oberhalb der Wangi Falls

Tjaetaba Falls von oben

Tjaetaba Falls, oberer Bereich

Florence Falls (da unten haben wir auch gebadet)

Mittwoch, 8. September 2010

Im roten Zentrum

Vor nunmehr einer Woche sind wir in Alice Springs angekommen und haben seitdem wieder viel erleben dürfen. Nachdem wir zwei Tage lang Alice Springs erkundet haben und dabei u.a. die Quelle, nach der der Ort benannt ist, gesehen haben und im Alice Springs Desert Park waren (bildet die Wüstenlandschaft in Zentralaustralien mit Flora und Fauna nach), haben wir uns auf den Weg in die West MacDonnell Ranges gemacht. Die MacDonnell Ranges liegen westlich und östlich von Alice Springs und ziehen sich ca. 300 km in die Länge. Wir haben den westlichen Teil besucht und waren wirklich beeindruckt. Der Highway ist bis dorthin geteert und man kann an einigen Stellen in das Gebirge hineinfahren, um verschiedene Schluchten und spektakuläre Aussichten zu sehen. Übernachtet haben wir schließlich an einem Nationalpark-Campingplatz am Ormiston Gorge, der sogar über warme Duschen verfügt. Auch dort konnte man die Gegend wieder mit einem Rundwanderweg erkunden, allerdings war dieser kurz vorm Ende überflutet, so dass wir durch das eiskalte Wasser hätten schwimmen müssen. Da wir vorher gewarnt wurden, sind wir nur bis zum Aussichtspunkt gewandert, der allerdings auch schon sehr beeindruckend war.

Von den MacDonnell Ranges aus sind wir für einen Tag wieder nach Alice Springs zurückgekehrt, um uns dann schließlich Richtung Uluru aufzumachen. Da sich der Weg ziemlich gezogen hat und um den Uluru keine kostenfreien Übernachtungsmöglichkeiten für Camper zu finden sind, haben wir wieder auf einer Rest Area übernachtet. Kurz nach unserer Ankunft wurden wir auch schon von zwei wilden Kamelen begrüßt. Manch einer mag sich wundern, warum es hier Kamele gibt, aber diese wurden zum Eisenbahnbau hier benötigt und leben seitdem im Outback.

Am nächsten Morgen hat bereits um 5 Uhr der Wecker geklingelt, weil wir uns den Sonnenaufgang am Uluru nicht entgehen lassen wollten. Zuerst einmal hieß es, pro Person 25 Dollar für den Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark Eintritt zu zahlen. Bei 500.000 Besuchern im Jahr kann man sich ja die Einnahmen ausrechnen ;-)

Der Sonnenaufgang war sehr beeindruckend, vor allem, weil wir den Felsen endlich einmal aus der Nähe sehen konnten, aber dank einigen Reisebussen und Touristengruppen wurde die Stimmung doch etwas geschmälert. Wir haben anschließend den Uluru noch einmal mit dem Auto umrundet, sind an einigen imposanten Stellen ausgestiegen und haben auch Stopp an der Stelle gemacht, wo man auf den Berg hinaufklettern kann. Das haben wir uns allerdings gespart, da dies 1. von den Aborigines nicht gewünscht ist, weil der Berg für sie heilig ist und 2. sah das Ganze ziemlich gefährlich aus, weil extrem steil (siehe Foto) und zur Sicherung nur ein Handgeländer installiert ist. 32 Menschen sind hier wohl schon ums Leben gekommen. Zahlreiche Touristen haben sich jedoch nicht davon abhalten lassen.

Wir haben schließlich unsere Tour im Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark fortgesetzt und sind zu den 50 km entfernten Olgas (in Aborigine-Sprache „Kata Tjuta“ = viele Köpfe) gefahren, die nicht minder beeindruckend als der Ayers Rock waren. Die Olgas sind übrigens das andere Ende vom Uluru, der sich unterirdisch fortsetzt. Hier haben wir eine 7,6 km lange Wanderung durch das „Valley of the Winds“ unternommen, die – zum Teil recht beschwerlich – mitten durch die Olgas führt und beeindruckende Ausblicke bietet.

Schließlich war es dann wieder an der Zeit, zum Uluru zurück zu kehren, um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Der war um einiges spektakulärer als der Sonnenaufgang, da der Felsen in der Abendsonne tatsächlich so rostrot leuchtet, wie man es von Bildern kennt. Somit haben wir mehr als 12 unvergessliche Stunden im Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark verbracht und sind nach einer kurzen Rücktour zur Rest Area hundemüde ins Bett gefallen.

Quelle "Alice Springs"

dösendes Känguruh

Eindrücke von den West MacDonnells:



Glen Helen Gorge

Simpsons Gap

Ormiston Gorge

Ochre Pits (dient den Aborigines zur Farbmischung)

Eindrücke vom Uluru:



Eindrücke von den Olgas: