Montag, 20. September 2010

Tropische Temperaturen im Top End

Nachdem wir den Uluru verlassen haben und über Alice Springs das Outback schließlich gen Norden durchquert haben, konnten wir bald feststellen, wie die Temperaturen immer mehr anstiegen. Die Hosen und Jacken wurden nun beim Schlafen nicht mehr benötigt. Die Fahrt war wieder relativ ereignislos, unterbrochen von Abstechern zu einem Meteoritenkrater, den Pebbles (sozusagen die kleinen Schwestern der Devil’s Marbles), heißen Quellen in Mataranka und einem morgendlichen Spinnenschreck. Nach einer scheinbar endlosen Fahrt sind wir schließlich in Katherine angekommen, einem Ort ca. 300 km südlich von Darwin, der vor allem von seiner Nähe zum Nitmiluk Nationalpark profitiert. Hier war es so heiß (39 Grad laut Internet), dass wir nachmittags im Fluß baden waren. Anders lässt es sich bei solchen Temperaturen kaum aushalten, zumindest nicht in unserem fahrbaren Gewächshaus. Unser Chubby hat zwar eine Klimaanlage, die funktioniert natürlich nur beim Fahren und der Motor des Campervans ist bis in die Nacht hinein so aufgeheizt, dass er zusätzlich Wärme spendet. Viel Schlaf gibt es daher im Moment leider nicht.

In Katherine haben wir zwei Tage verweilt, davon einen in einem Caravanpark, der auch Zugang zu den örtlichen heißen Quellen hat und die Gelegenheit bot, endlich mal wieder sämtliche Klamotten zu waschen. Von hier aus sind wir schließlich in den nahegelegenen Nitmiluk Nationalpark gefahren, erst zum Katherine Gorge und schließlich zu den Edith Falls. Am Katherine Gorge haben wir einen steilen Aufstieg zum durchaus lohnenswerten Lookout hinter uns gebracht, um schließlich über das Hochplateau zurück zum Parkplatz zu wandern. Leider hatten wir kein Thermometer dabei, aber Eier hätte man in dieser Hitze bestimmt braten können. Die vorhandenen Bäume spendeten so gut wie keinen Schatten. Zurück am Auto hieß es, so schnell wie möglich loszufahren, um in den Genuss der Klimaanlage zu kommen. Somit sind wir bis zu den Edith Falls gedüst, die zwar zum Nitmiluk gehören, aber nochmal 100 km Fahrt bedeutet haben. Hier haben wir auf dem Campingplatz übernachtet, die Duschen ausgiebig genutzt, um am nächsten Morgen an den Edith Falls schwimmen zu gehen. Dort war es wirklich traumhaft, das Wasser glasklar und eingebettet in Felswände und Palmenhaine. Man fühlte sich fast wie im Paradies :-)

Am gleichen Tag sind wir weiter Richtung Norden zum Litchfield Nationalpark gefahren, der mehrere sehenswerte Orte bietet. Leider sind einige nur mit einem Allradwagen zu befahren und so ausgiebig wandern wollten wir bei der Hitze nicht. Trotzdem war es wieder sehr beeindruckend, wie man an den Fotos erkennen kann. Am Abend waren wir an den Wangi Falls baden, auch hier wieder das reinste Paradies. Man kann sich nach einem heißen Tag eigentlich nichts Schöneres vorstellen. Nachdem wir am nächsten Tag im Litchfield noch einige weitere sehenswerte Orte besichtigt haben (Tjaetaba Falls und Florence Falls, in letzteren konnten wir wieder baden), sind wir nach einer kurzen Weiterfahrt nunmehr in Darwin angekommen, der Hauptstadt des Northern Territory mit konstant 34 Grad täglich das ganze Jahr über. Aufgrund der Nähe zum Meer geht zum Glück eine leichte Brise und es ist nicht mehr ganz so heiß wie in Katherine, dafür ist die Luftfeuchtigkeit um einiges höher. Erfrischen können wir uns hier im künstlich angelegten Salzwassersee, da vorm Baden im Meer aufgrund der (teilweise tödlichen) Verletzungsgefahr durch Box Jellyfishes gewarnt wird. Darwin heißt übrigens so, weil im 19. Jahrhundert zwei Seefahrer mit der HMS Beagle den Naturhafen entdeckt haben und ihn nach Charles Darwin "Port Darwin" benannt haben, weil dieser früher mit der Beagle auf Forschungsreisen war. Charles Darwin selbst war übrigens nie hier.

Gestern haben wir den freien Eintritt ins ehemalige Gefängnis und das Northern Territory Museum genutzt, um uns ein bißchen mit Darwins Geschichte vertraut zu machen. Fazit des Museums: tolle Ausstellungen, aber überall lauert Gefahr… giftige Spinnen, Quallen und Schlangen und schließlich ist Darwin durch seine Lage auch noch als Zielort für Zyklone prädestiniert. So wie 1974, als die gesamte Stadt am Weihnachtsabend plattgemacht wurde. Darwin wurde schließlich wieder aufgebaut und so sieht es auch aus – wie auf dem Reißbrett geplant.

Die nächsten Tage werden wir voraussichtlich im Kadadu Nationalpark verbringen… Zwar heißt es hier nicht Kaka-du, sondern (aufgrund der hohen Preise und vielen Touristen) Kaka-don’t, aber wenn wir schon hier sind, werden wir natürlich den größten Nationalpark Australiens besuchen.

Viele Grüße aus den Tropen,
Mareike und Heiko


PS: Danke für 1000 Besuche auf unserem Blog =)

Henbury Meteorite Crater

The Pebbles

Katherine Gorge

Edith Falls

Litchfield Nationalpark:

(Das sind alles Termitenhügel... die letzteren sehen aus wie Grabsteine, weil sie so gebaut sind, dass die schmale Seite zur Sonne zeigt, damit sie nicht so heiß werden)

Wangi Falls

oberhalb der Wangi Falls

Tjaetaba Falls von oben

Tjaetaba Falls, oberer Bereich

Florence Falls (da unten haben wir auch gebadet)

2 Kommentare:

  1. wahnsinn, da bekommt man echt lust sowas selbst erleben zu wollen. nun seid ihr ja schon fast 2 monate in australien die zeit vergeht wie im fluge. wünsche euch noch was und lasst euch nicht auf futtern von den wildtieren :-P

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  2. Toll! Und endlich auch richtig tolles Wetter!

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